Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

Förderpreise 2026

Lymphocytic choriomeningitis virus: A neglected zoonotic pathogen

 

bearbeitet am Institut für Infektionsmedizin

 

Ich wurde in Südafrika geboren und studierte bis 2018 Biologie im Masterstudiengang an der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika. Ich habe meine Doktorarbeit am Friedrich-Loeffler-Institut unter der Betreuung von Professor Rainer G. Ulrich und Professor Martin Beer verfasst.

In meiner Dissertation beschäftigte ich mich mit dem lymphozytären Choriomeningitis-Virus (LCMV). Hierbei handelt es sich um einen Zoonoseerreger, der von Nagetieren, insbesondere der Hausmaus, auf den Menschen und auf Neuweltaffen übertragen werden kann. Der Erreger ist weltweit verbreitet. Während in den 1960er und 1970er Jahren umfangreiche Forschungen zu diesem Virus in Deutschland durchgeführt worden sind, gab es in den darauffolgenden Jahren nur wenige Untersuchungen. Meine Untersuchungen starteten nach einem Erkrankungsfall bei einem Löwenäffchen, das an der Erkrankung in einem zoologischen Garten im Jahr 2021 verstarb. Die Untersuchungen in dem zoologischen Garten zeigten bei vielen der dort gefangenen Hausmäuse genetische Information des Virus. Die Fortsetzung der Untersuchungen in den Jahren 2022 und 2023 zeigten ein stabiles Vorkommen des Erregers in den Hausmäusen und weitere tödlich verlaufene Erkrankungsfälle. Interessanter Weise war das Virus bei Hausmäusen aus dem Jahr 2009 nicht nachweisbar. Das Virus muss also vor dem ersten Erkrankungsausbruch, der retrospektiv im Jahr 2014 entdeckt wurde, in den zoologischen Garten eingeschleppt worden sein. Darüber hinaus zeigten die Studien das Vorkommen von zwei genetischen Linien des Virus, von der nur eine an den Erkrankungen der Affen beteiligt war. International erstmals konnte ich auch ein natürliches Reassortment der beiden LCMV-Linien in einer Hausmaus zeigen.

Abbildung 1: Die Abbildung zeigt die Ergebnisse der Untersuchungen der Hausmäuse sowie der erkrankten und verstorbenen Neuweltaffen. Während im Jahr 2009 keine LCMV-positiven Hausmäuse im Zoo gefunden worden sind, wurde bei einem Erkrankungsausbruch im Jahr 2014 das Virus erstmals nachgewiesen. Bei den folgenden Untersuchungen in den Jahren 2021 bis 2023 wurden weitere Erkrankungsfälle dokumentiert, die alle auf die genetische Linie II des Virus zurückzuführen waren, während in den Hausmäusen die Linien I und II sowie Koinfektionen und eine Reassortante nachgewiesen werden konnten.

Die vorgestellten Untersuchungen basierten auf einer intensiven Zusammenarbeit mit dem zoologischen Garten, mit dem Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin, dem Deutschen Primatenzentrum, dem Landeslabor Hessen, dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Institut für Ökologie und Evolution in Bern, Schweiz, der University of North Carolina, USA sowie mehrerer Arbeitsgruppen am Friedrich-Loeffler-Institut. Nach Abschluss der Dissertation konnte ich meine Untersuchungen am Friedrich-Loeffler-Institut durch eine institutsbasierte Förderung als Postdoc fortsetzen.

Ich möchte meinen Betreuern, Kollegen und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung während meiner gesamten Promotionszeit danken sowie den Mitgliedern des Fördervereins des Friedrich-Loeffler-Instituts für die Anerkennung meiner Arbeit.